Die Wasserversorgung Geuensee (WVG) überwacht die Trinkwasserqualität
laufend und mit grosser Sorgfalt. Im Rahmen der periodischen Beprobung
wurde in einzelnen Trinkwasserproben Rückstände des Metaboliten R471811,
ein Abbauprodukt des früher eingesetzten Pflanzenschutzmittels
Chlorothalonil, festgestellt. Der betroffene Stoff ist in der Schweiz
seit 2020 nicht mehr zugelassen. Trotzdem sind im Boden noch immer
Abbauprodukte vorhanden und gelangen ins Grund- und Trinkwasser.
Für den Metaboliten R471811 gilt ein Höchstwert von 0.1 µg/l. Im
Versorgungsgebiet der Niederzone wurde nun eine lokale Konzentration von
0.23 µg/l festgestellt. Wie der Fachverband für Wasser, Gas und Wärme
(SVGW) betont, ist der Grenzwert im Sinne des vorsorglichen
Gesundheitsschutzes sehr tief angesetzt und nicht toxikologisch
begründet. Das Trinkwasser der WVG kann daher weiterhin ohne Bedenken
konsumiert werden.
Über die letzten Jahre konnte die WVG ein Rückgang der gemessenen
Werte feststellen. Dieser Trend hat sich zuletzt aber nicht fortgesetzt,
was die WVG als Warnsignal versteht. Mit der Trennung der am stärksten
belasteten Fassungen vom Netz und der Optimierung des
Wasserverteilmanagements als Sofortmassnahmen kann aktuell die
Einhaltung des geltenden Höchstwertes nicht sichergestellt werden.
Technische Massnahmen zur Aufbereitung des Trinkwassers, beispielsweise
mit Aktivkohle, rücken damit in den Fokus. Zusammen mit dem
Brunnenmeister erarbeitet und evaluiert der Vorstand Optionen für eine
nachhaltige Lösung. Dazu gehört auch die Suche nach alternativen,
unbelasteten Quellen und Grundwasserträgern sowie Kooperationen mit
anderen Wasserversorgern.
Weitere Angaben zur Trinkwasserqualität im Versorgungsgebiet der WVG finden sich unter www.wasserqualitaet.ch.
Hinweis: Die Messwerte für das laufende Kalenderjahr werden
systembedingt jeweils nach Abschluss der Beprobung per Ende Jahr
erfasst. Für zusätzliche Informationen zur Chlorothalonil-Thematik
verweisen wir auf den FAQ des Fachverbands für Wasser, Gas und Wärme (SVGW).